Aufruf zum revolutionären Frauen*streik am 14. Juni 2019

Egal ob auf Jobsuche, beim Windeln wechseln, beim Blick auf die Lohnabrechnung oder einer Grapscherei auf einer Party, täglich erleben wir, was es heisst, Frau* im Kapitalismus zu sein. Es reicht uns nicht, die Bedingungen, wie wir arbeiten und leben, innerhalb der bestehenden Ordnung zu verbessern. Uns geht es um eine radikale Veränderung der kapitalistischen, patriarchalen Gesellschaftsordnung. Für eine solidarische Gesellschaft, ohne Sexismus, Ausbeutung und Krieg. Der 14. Juni wird erst ein Anfang sein!

Für einen antikapitalistischen Frauen*streik

Doppelbelastung von Job und Hausarbeit ist für Frauen* eine bittere Realität. Die wertvollen Tätigkeiten, wie Kindererziehung, Fürsorge und Pflege werden hauptsächlich von Frauen* geleistet. Diese oft gratis oder schlecht bezahlte Arbeit ist eine Grundlage für die kapitalistische Profitmaschinerie. Auch Lohnungleichheit ist kein Zufall und gehört systematisch zum Kapitalismus. Gerade in den Arbeitssektoren, in denen der Frauen*anteil überwiegt, wie zum Beispiel in der Pflege, den Kindergärten oder in der Reinigung, sind tiefere Löhne und prekäre Arbeitsbedingungen Alltag. Besonders hart treffen diese miesen Lebensbedingungen alte Frauen*, Mütter und migrantische Frauen*. Die kapitalistische Wirtschaft funktioniert ohne die von uns Frauen* geleisteten Arbeiten nicht. Egal ob zu Hause oder im Betrieb, wir stellen die kapitalistische Gesellschaftsordnung radikal in Frage. Mit diesem antikapitalistischen Bewusstsein organisieren wir uns und rufen zum Streik und anderen Aktionen auf.

Für einen internationalistischen Frauen*streik

Frauen* erleben auf der ganzen Welt und in unterschiedlichen Formen, was es heisst, weniger wert zu sein als ein Mann. Diese gesellschaftliche Abwertung von Frauen* führt zu sexistischer Gewalt, in all ihren Schattierungen. Diese unterdrückenden Mechanismen von männerdominierten Gesellschaften sind überall dieselben. Der Widerstand dagegen verbindet uns Frauen* weltweit. Buenos Aires, Madrid oder Warschau – weltweit streiken auch dieses Jahr Millionen von unseren Schwestern* am 8. März. Die internationale Solidarität mit der Frauenrevolution in Rojava ist uns besonders wichtig. Mit der Waffe in der Hand oder in der Zivilgesellschaft, in allen Bereichen sind es dort die Frauen*, die den revolutionären Prozess hin zu einem freien Leben ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg, vorwärtstreiben. Diese Erfahrung und dieses Wissen der Stärke der Frauen*befreiung ist internationalistisch und wird am 8. März und 14. Juni 2019 spürbar sein.

Für einen kollektiven und organisierten Frauen*streik

Die oben genannten gesellschaftlichen Missstände erfahren wir alle am eigenen Körper. Hinter dieser persönlichen Erfahrung stehen aber gesellschaftliche Verhältnisse und nicht unsere individuellen Probleme. Als Revolutionärinnen greifen wir deshalb die gegebenen Strukturen an. Mit unserem Widerstand am 14. Juni fordern wir die patriarchale und kapitalistische Ordnung heraus. Dies gelingt uns, indem wir uns kollektiv organisieren, von unten gegen oben. Damit schaffen wir ein kollektives Bewusstsein für die Klassenkämpfe, verbreiten und vertiefen sie. Geben wir dem 14. Juni eine revolutionäre Perspektive. Organisieren wir uns und bauen Gegenmacht auf. Wir sind verschiedene Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen, die zusammen revolutionäre Perspektiven und Praxen innerhalb der Frauenstreikbewegung entwickeln. Komm zum nächsten Treffen und melde dich bei uns für die genauen Infos unter: frauenstreik@immerda.ch